Warum ein BU-Vergleich überhaupt sinnvoll ist
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird in der Regel für 30 oder mehr Jahre abgeschlossen. Über diesen Zeitraum unterscheiden sich Tarife dramatisch – nicht nur im Preis, sondern vor allem in den Bedingungen. Während der eine Tarif schon bei einer 50-Prozent-Berufsunfähigkeit voll leistet, prüft der nächste, ob die versicherte Person nicht doch in einem ähnlichen Beruf arbeiten könnte. Ein Vergleich rein über den monatlichen Beitrag wäre fahrlässig.
Die wichtigsten Bedingungs-Bausteine im Überblick
Die abstrakte Verweisung ist die kritischste Klausel. Sie erlaubt es dem Versicherer, im Leistungsfall zu prüfen, ob die versicherte Person nicht doch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Moderne Tarife verzichten auf die abstrakte Verweisung – das sollte ein absolutes Muss sein.
Der Prognosezeitraum beschreibt, wie lange die Berufsunfähigkeit voraussichtlich andauern muss, damit die Rente fließt. Der Branchenstandard liegt bei sechs Monaten – ältere Tarife verlangen drei Jahre.
Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es Dir, die versicherte Rente nach bestimmten Lebensereignissen ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Klassische Anlässe sind Heirat, Geburt eines Kindes, Hauskauf oder Gehaltssprünge.
Die Beitragsdynamik schützt vor Inflation. Mit ihr steigt jedes Jahr automatisch sowohl Dein Beitrag als auch die versicherte Rente um einen vereinbarten Prozentsatz.
Worauf Du noch achten solltest
Sehr wertvoll ist der sogenannte Verzicht auf § 19 VVG. Diese Klausel besagt, dass der Versicherer Dich auch dann nicht aus dem Vertrag werfen kann, wenn Du bei den Gesundheitsfragen unbewusst etwas vergessen haben solltest.
Die Stundungs- und Beitragsfreistellungsmöglichkeiten ermöglichen es Dir, in Krisenzeiten den Vertrag pausieren zu lassen. Für Selbstständige ist die Umorganisationsklausel besonders wichtig.
Beitragshöhe einordnen statt isoliert betrachten
Erst wenn die Bedingungen stimmen, lohnt der Blick auf den Preis. Beachte den Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag: Der Bruttobeitrag ist der maximal mögliche, kalkulatorische Beitrag. Der Nettobeitrag ist das, was Du tatsächlich zahlst – oft 30 bis 50 Prozent darunter.