BU-Versicherung für Selbstständige und Unternehmer

Wer selbstständig arbeitet, trägt das volle Einkommensrisiko allein. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer der wichtigste Baustein der privaten Existenzsicherung.

Warum eine BU für Selbstständige unverzichtbar ist

Anders als Angestellte sind die meisten Selbstständigen nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Damit entfällt auch der Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Wer als Freiberufler ausfällt, steht ohne Einkommen da. Gleichzeitig laufen die Betriebsausgaben weiter.

Die Umorganisationsklausel verstehen

Für Selbstständige ist eine Klausel besonders wichtig: die Umorganisationsklausel. Ohne diese Klausel könnte ein Versicherer im Leistungsfall argumentieren, Du seist gar nicht berufsunfähig, weil Du als Inhaber Deinen Betrieb umstrukturieren könntest.

Übliche Rentenhöhe bei Selbstständigen

Faustregel: 70–80 Prozent Deines durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens. Da Selbstständige in der Regel auch eigene Altersvorsorge finanzieren müssen, fällt die nötige BU-Rente häufig höher aus als bei Angestellten.

Praxisbeispiele Selbstständige

Marktübliche Bandbreiten, Datenstand April 2026.

Branchenspezifika

Freie Berufe (Rechtsanwältinnen, Steuerberater, Architektinnen) gelten als günstige Risiken, sofern die Tätigkeit überwiegend im Büro stattfindet. Handwerksmeister werden je nach Anteil körperlicher Arbeit eingestuft. IT-Freelancer gehören meist zu den günstigsten Berufsgruppen.

Häufige Fragen

Warum ist die BU für Selbstständige besonders wichtig?
Selbstständige haben in der Regel keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente und sind komplett auf private Vorsorge angewiesen. Fällt das Einkommen weg, gerät häufig auch der Betrieb in Schieflage.
Was ist eine Umorganisationsklausel?
Sie verhindert, dass der Versicherer von Dir verlangt, Deinen Betrieb so umzustrukturieren, dass Du trotz Erkrankung weiterarbeiten könntest – etwa durch Delegation Deiner Aufgaben an Mitarbeiter.
Sollte ich Betriebsausgaben mitversichern?
Sinnvoll ist eine Kombination aus BU-Rente (für Deine private Lebenshaltung) und Betriebsunterbrechungsversicherung (für laufende Betriebskosten wie Miete, Personal, Leasing).
Wie wird mein Beruf eingestuft?
Versicherer fragen detailliert nach Deiner konkreten Tätigkeit – nicht nach Branche oder Titel. Eine GmbH-Geschäftsführerin im Büro wird anders eingestuft als eine Tischlermeisterin in der Werkstatt.