Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten. Wir erklären die wichtigsten Preisfaktoren und geben Beispielrechnungen für typische Berufsgruppen.

Die wichtigsten Faktoren im Überblick

Die monatliche Prämie wird von einer Handvoll Hauptfaktoren bestimmt. An erster Stelle steht der Beruf. Versicherer ordnen jeden Beruf einer Risikoklasse zu – meist von 1 bis 5. Bürotätigkeiten und akademische Berufe gehören in die günstigen Klassen, körperliche Berufe in die teuren.

An zweiter Stelle steht das Eintrittsalter. Ein 22-Jähriger zahlt häufig nur die Hälfte dessen, was ein 35-Jähriger für denselben Schutz aufbringt. Drittens spielt die Rentenhöhe direkt in den Beitrag ein. Die Vertragslaufzeit ist der vierte Hebel: Ein Vertrag bis 67 ist deutlich teurer als einer bis 60.

Beispielrechnungen für typische Profile

Die folgenden Werte sind Marktdurchschnitte für gesunde Nichtraucher mit 1.500 € BU-Rente bis Endalter 67 (Datenstand April 2026, zuletzt geprüft am 23. April 2026, nächste Aktualisierung geplant: Januar 2027). Die realen Prämien einzelner Versicherer können um 30 % nach oben oder unten abweichen.

Brutto- und Nettobeitrag verstehen

Versicherer arbeiten mit zwei Beiträgen: Der Bruttobeitrag ist die maximale, kalkulatorische Prämie. Der Nettobeitrag ist der tatsächliche Zahlbeitrag – er ist niedriger, weil der Versicherer Überschüsse abzieht. Der Nettobeitrag kann später angehoben werden, maximal bis zum Bruttobeitrag.

Was den Preis nach oben treibt

Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen, Raucherstatus, gefährliche Hobbys (Kampfsport, Bergsteigen, Motorsport), eine sehr hohe Versicherungssumme oder die Wahl besonders kundenfreundlicher Bedingungen.

Wo sich der Beitrag senken lässt

Früh abschließen. Beruf so präzise und ehrlich wie möglich angeben. Zahlweise jährlich wählen – meist 2–3 % günstiger. Nichtraucher-Tarif sichern. Vor Antragstellung Risikovoranfrage durchführen.

Lebensbeitrag im Vergleich

Eine vergleichende Kennzahl ist der über die gesamte Vertragslaufzeit gezahlte Gesamtbeitrag. Eine 25-Jährige mit 60 Euro Monatsbeitrag bis 67 zahlt über 42 Jahre rund 30.000 Euro ein. Ein 35-Jähriger mit 90 Euro Monatsbeitrag bis 67 zahlt über 32 Jahre etwa 35.000 Euro – also mehr Geld bei kürzerer Schutzphase.

Häufige Fragen

Was kostet eine BU im Schnitt?
Akademiker mit Anfang 20 zahlen oft 30–50 € im Monat für 1.500 € BU-Rente. Handwerker können das Drei- bis Vierfache zahlen. Eine Pauschalaussage ist kaum möglich – der Beitrag hängt stark von Beruf, Alter und Gesundheit ab.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag?
Der Bruttobeitrag ist der maximal mögliche, kalkulatorische Beitrag. Der Nettobeitrag ist der aktuell zu zahlende, in der Regel deutlich niedrigere Betrag (Differenz aus Überschüssen). Wichtig: Auch der Brutto-Beitrag sollte realistisch sein.
Kann der Beitrag erhöht werden?
Ja, der Versicherer kann den Nettobeitrag innerhalb des Bruttobeitrags erhöhen, wenn Überschüsse sinken. Eine Erhöhung über den Brutto-Beitrag hinaus ist nicht möglich.
Sind die Beiträge steuerlich absetzbar?
BU-Beiträge sind als sonstige Vorsorgeaufwendungen begrenzt absetzbar. In der BU-Renten-Bezugszeit wird die Rente mit dem Ertragsanteil besteuert.