Warum die Gesundheitsfragen so entscheidend sind
Beim Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung musst Du umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Wer eine wesentliche Vorerkrankung verschweigt, riskiert die arglistige Täuschung: Der Versicherer kann den Vertrag rückwirkend aufheben und im Leistungsfall die Auszahlung verweigern. Ehrlichkeit ist die einzige sichere Strategie.
Wie weit reichen die Fragen zurück?
Üblich sind: 5 Jahre für ambulante Behandlungen, 10 Jahre für stationäre Aufenthalte und psychische Behandlungen, lebenslang für chronische und schwere Erkrankungen. Bei Zweifeln gilt die Faustregel: lieber zu viel als zu wenig melden.
Anonyme Risikovoranfrage statt direktem Antrag
Bei Vorerkrankungen ist die direkte Antragstellung mit erheblichen Risiken verbunden. In der Praxis wird stattdessen häufig eine anonyme Risikovoranfrage eingesetzt: Ein Vermittler reicht die vollständigen Gesundheitsdaten unter einem Pseudonym bei mehreren Versicherern ein. So werden keine dauerhaften Ablehnungen in der HIS-Datenbank hinterlegt.
Welche Antwort der Versicherer geben kann
- Annahme zu Normalkonditionen – Die Vorerkrankung war harmlos oder lange ausgeheilt.
- Annahme mit Risikozuschlag – Ein Prozentsatz auf den Beitrag (oft 25–50 %) deckt das erhöhte Risiko ab.
- Annahme mit Leistungsausschluss – Eine bestimmte Diagnose oder Körperregion wird vom Schutz ausgenommen.
- Zurückstellung – Eine Behandlung läuft noch; der Versicherer wartet das Behandlungsende ab.
- Ablehnung – Das Risiko ist aus Sicht des Versicherers nicht versicherbar.
Häufige Vorerkrankungen und ihre Behandlung
Allergien werden meist ohne Aufschlag akzeptiert. Rückenbeschwerden können je nach Schwere zu Zuschlägen oder Wirbelsäulen-Ausschlüssen führen. Psychotherapie wird kritisch geprüft – eine Risikovoranfrage ist hier zwingend. Burnout-Diagnose macht den Antrag schwierig. Schilddrüsenerkrankungen werden häufig akzeptiert.