Eine Tarifgeneration umfasst alle Verträge eines bestimmten Versicherungstarifs, die in einem definierten Zeitraum mit gleichen Bedingungen abgeschlossen wurden. Versicherer aktualisieren ihre Berufsunfähigkeitstarife regelmäßig – meist alle paar Jahre – und führen neue Tarifgenerationen ein. Bestehende Verträge bleiben in der Regel unverändert in ihrer ursprünglichen Generation.
Neue Tarifgenerationen können Verbesserungen wie verkürzten Prognosezeitraum, erweiterte Nachversicherungsgarantien, AU-Klausel, Verzicht auf konkrete Verweisung in bestimmten Fällen oder bessere Beamtenklauseln enthalten. Sie können aber auch Verschlechterungen mit sich bringen, etwa höhere Beiträge wegen aktueller Schadensentwicklung oder strengere Risikoprüfungen.
Für Bestandskunden stellt sich die Frage, ob ein Wechsel in eine neuere Tarifgeneration sinnvoll ist. Ein Wechsel ist meist nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich und bedeutet den Verlust der ursprünglich günstigen Eintrittsbedingungen. Verbesserungen in neuen Generationen kommen alten Verträgen meist nicht zugute. Bei Neuabschluss lohnt es sich, die aktuellste Tarifgeneration zu wählen und das Bedingungswerk sorgfältig zu vergleichen, da die Unterschiede zwischen Generationen beträchtlich sein können.
Für Verbraucher empfiehlt es sich, beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung das Bedingungswerk im Hinblick auf diesen Aspekt sorgfältig zu prüfen und mehrere Anbieter zu vergleichen. Ein unabhängiger Versicherungsmakler oder Honorarberater kann dabei helfen, die individuell beste Lösung zu finden. Da die Unterschiede zwischen den Tarifen erheblich sein können und eine BU-Versicherung typischerweise über Jahrzehnte läuft, lohnt sich der Aufwand für eine fundierte Auswahl. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen erfahrenen Makler hilft zusätzlich, die persönlichen Versicherbarkeitschancen einzuschätzen, ohne dass eine Ablehnung im zentralen Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft gespeichert wird und damit künftige Anträge erschwert.