Die Solvenzquote (Solvency Capital Requirement Ratio, kurz SCR-Ratio) ist eine zentrale Kennzahl für die finanzielle Stärke und Stabilität eines Versicherungsunternehmens. Sie wird seit 2016 im Rahmen der europäischen Solvency-II-Richtlinie ermittelt und gibt das Verhältnis der vorhandenen Eigenmittel des Versicherers zu den aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmitteln (SCR) an.
Ein Wert von 100 Prozent bedeutet, dass der Versicherer genau die geforderte Eigenkapitalausstattung hat. Werte über 100 Prozent zeigen einen Sicherheitspuffer; Werte über 200 oder 300 Prozent gelten als sehr solide. Werte unter 100 Prozent würden ein Eingreifen der Aufsichtsbehörde BaFin auslösen.
Für Verbraucher ist die Solvenzquote ein wichtiger Indikator für die langfristige Sicherheit ihrer BU-Versicherung. Da BU-Verträge oft 30 bis 40 Jahre laufen, ist die finanzielle Stabilität des Versicherers entscheidend dafür, ob die versprochenen Leistungen auch in Jahrzehnten noch sicher gezahlt werden können. Aktuelle Solvenzquoten sind in den Solvency-II-Berichten (SFCR) der Versicherer veröffentlicht und werden in vielen Tarifvergleichen ausgewiesen. Solide Versicherer haben in der Regel Quoten von mindestens 200 Prozent.