Eine anonyme Risikovoranfrage ist ein wichtiges Werkzeug, um vor dem offiziellen Antragsprozess herauszufinden, wie verschiedene Versicherer das individuelle Gesundheitsrisiko bewerten würden. Dabei werden alle relevanten Vorerkrankungen, Behandlungen und Diagnosen anonymisiert (ohne Namen, Geburtsdatum oder Adresse) an mehrere Versicherungsgesellschaften übermittelt.
Die Versicherer prüfen den Fall und geben unverbindliche Voten ab: Annahme zu Normalbedingungen, Annahme mit Risikozuschlag, Annahme mit Leistungsausschluss oder Ablehnung. Auf dieser Basis kann der Antragsteller gemeinsam mit seinem Makler den passenden Versicherer auswählen, ohne befürchten zu müssen, dass eine Ablehnung in zentralen Datenbanken (HIS-Datei) gespeichert wird und künftige Anträge erschwert.
Der große Vorteil: Es entstehen keine offiziellen Spuren bei Versicherern, die schlecht bewertet hätten. Das Verfahren dauert in der Regel zwischen drei und sechs Wochen und wird üblicherweise von unabhängigen Versicherungsmaklern durchgeführt. Insbesondere bei Vorerkrankungen wie Rückenproblemen, psychischen Beschwerden oder Allergien ist die Risikovoranfrage praktisch unverzichtbar, um Ablehnungen und unnötige Risikozuschläge zu vermeiden.
In der Praxis zeigt sich, dass die genaue Ausgestaltung dieses Punktes im Bedingungswerk erhebliche Unterschiede zwischen den Versicherern aufweist. Während einige Anbieter sehr kundenfreundliche Regelungen vorsehen, sind andere deutlich restriktiver. Bei der Tarifauswahl sollten daher nicht nur die monatlichen Beiträge, sondern auch die Qualität der Klauseln im Bedingungswerk bewertet werden. Unabhängige Analysehäuser wie Franke und Bornberg, Morgen & Morgen sowie die Stiftung Warentest veröffentlichen regelmäßig detaillierte Bewertungen, die als Orientierungshilfe dienen. Dennoch ersetzen Ratings nicht die individuelle Beratung, da jede Lebenssituation andere Schwerpunkte erfordert. Eine sorgfältige Auswahl zahlt sich später oft tausendfach aus.