Krebserkrankungen umfassen eine Vielzahl bösartiger Tumorerkrankungen, von denen viele zu langwierigen Behandlungen, Reha-Aufenthalten und in vielen Fällen zur Berufsunfähigkeit führen. Etwa 15 Prozent aller BU-Leistungsfälle gehen auf Krebserkrankungen zurück, mit besonders häufigen Diagnosen wie Brust-, Darm-, Lungen- und Prostatakrebs.
Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind Krebserkrankungen besonders kritisch. Während aktiver Behandlung wird ein Antrag in der Regel abgelehnt oder zurückgestellt. Nach erfolgreicher Therapie und mehrjähriger Rezidivfreiheit (typischerweise 5 oder 10 Jahre, je nach Krebsart) ist ein Abschluss meist wieder möglich, oft mit Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen für die betroffene Organregion.
Für Krebsüberlebende ist eine anonyme Risikovoranfrage über einen erfahrenen Makler unverzichtbar. Manche Versicherer haben sich auf Antragsteller mit Krebshistorie spezialisiert und bieten differenzierte Konditionen. Alternativ können Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherungen einen sinnvollen Schutz bieten. Eine ausführliche, ehrliche Beratung mit medizinisch erfahrenen Beratern ist in dieser Konstellation besonders wichtig.
In der Praxis zeigt sich, dass die genaue Ausgestaltung dieses Punktes im Bedingungswerk erhebliche Unterschiede zwischen den Versicherern aufweist. Während einige Anbieter sehr kundenfreundliche Regelungen vorsehen, sind andere deutlich restriktiver. Bei der Tarifauswahl sollten daher nicht nur die monatlichen Beiträge, sondern auch die Qualität der Klauseln im Bedingungswerk bewertet werden. Unabhängige Analysehäuser wie Franke und Bornberg, Morgen & Morgen sowie die Stiftung Warentest veröffentlichen regelmäßig detaillierte Bewertungen, die als Orientierungshilfe dienen. Dennoch ersetzen Ratings nicht die individuelle Beratung, da jede Lebenssituation andere Schwerpunkte erfordert. Eine sorgfältige Auswahl zahlt sich später oft tausendfach aus.