Gesundheitsfragen sind ein zentraler Bestandteil jedes Antrags auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Mit ihnen erhebt der Versicherer Informationen über den aktuellen und vergangenen Gesundheitszustand des Antragstellers, um das Risiko einer späteren Berufsunfähigkeit einschätzen zu können. Die Fragen werden in Textform gestellt und sind vom Antragsteller wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten.
Typische Themen sind: Erkrankungen und Beschwerden in den letzten 5 oder 10 Jahren, ambulante und stationäre Behandlungen, psychotherapeutische Sitzungen, Operationen, regelmäßig eingenommene Medikamente, Allergien, Suchterkrankungen, Reha-Aufenthalte und genetische Risiken. Auch Berufs- und Hobbyrisiken werden teilweise abgefragt.
Die wahrheitsgemäße Beantwortung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 19 VVG, Anzeigepflicht). Verstöße können zu Vertragsanpassung, Rücktritt oder Anfechtung führen – mit weitreichenden Konsequenzen im Schadensfall. Es empfiehlt sich, vor der Antragstellung die eigene Patientenakte und einen Auszug aus der Krankenkassendatenbank einzuholen. Bei komplexer Krankengeschichte sollte ein erfahrener Versicherungsmakler hinzugezogen und ggf. eine anonyme Risikovoranfrage gestartet werden.
Für Verbraucher empfiehlt es sich, beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung das Bedingungswerk im Hinblick auf diesen Aspekt sorgfältig zu prüfen und mehrere Anbieter zu vergleichen. Ein unabhängiger Versicherungsmakler oder Honorarberater kann dabei helfen, die individuell beste Lösung zu finden. Da die Unterschiede zwischen den Tarifen erheblich sein können und eine BU-Versicherung typischerweise über Jahrzehnte läuft, lohnt sich der Aufwand für eine fundierte Auswahl. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen erfahrenen Makler hilft zusätzlich, die persönlichen Versicherbarkeitschancen einzuschätzen, ohne dass eine Ablehnung im zentralen Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft gespeichert wird und damit künftige Anträge erschwert.