Warum die Pflege ein Hochrisikoberuf in der BU ist
Pflegekräfte heben Patienten, arbeiten im Schichtdienst, sind ständigen Hygiene- und Infektionsrisiken ausgesetzt und übernehmen Verantwortung in emotional aufreibenden Situationen. Häufigste Ursachen für Berufsunfähigkeit sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychische Erkrankungen sowie Hauterkrankungen durch ständigen Kontakt mit Desinfektionsmitteln.
Realistische Beitragsbeispiele
- Pflege-Azubi, 19: 1.500 Euro Rente bis 67, Beitrag rund 70 bis 110 Euro.
- Examinierte Krankenpflegerin, 27: 1.800 Euro Rente bis 67, Beitrag häufig 110 bis 170 Euro.
- Altenpfleger, 35: 2.000 Euro Rente bis 65, Beitrag oft zwischen 160 und 240 Euro.
- MFA, 30: 1.800 Euro Rente bis 67, Beitrag rund 80 bis 130 Euro – MFA wird in vielen Tarifen günstiger eingestuft als die stationäre Pflege.
Worauf in der Tarifwahl besonders zu achten ist
Bei Pflegeberufen sind drei Vertragsbestandteile entscheidend: erstens ein klarer Verzicht auf abstrakte Verweisung, zweitens ein Prognosezeitraum von höchstens sechs Monaten, drittens eine fundierte Regelung zur Umorganisation.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Alternative
Wer wegen der Beitragshöhe vor einer klassischen BU zurückschreckt, kann auf die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU-Versicherung) ausweichen. Sie greift erst, wenn überhaupt keine Erwerbstätigkeit mehr möglich ist. Die Beiträge sind meist 30 bis 60 Prozent niedriger als bei der BU – allerdings deckt die EU deutlich weniger ab.
Antragspraxis und Vorerkrankungen
Pflegekräfte bringen häufig eine Krankenakte mit Rückenbeschwerden, Schulterproblemen oder einer kurzen Auszeit nach Burn-out mit. Der einzig sinnvolle Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage über einen auf Heilberufe und Pflege spezialisierten Vermittler.